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Eine Tüte geht um die Welt….

Andreas Szabó 0

Ich bin wahrlich kein Öko-Freak oder militanter Mülltrenner. Die Klimadebatte zeigt aber trotzdem auf, dass umweltpolitisch – nicht nur bei uns, aber auch – einiges falsch läuft.

Als ich in London war, bin ich im Guardian über einen interessanten Artikel zur Klimadebatte gestoßen über Müll, der illegal nach Indien oder Afrika verschifft wird. Eindrucksvoll bebildert mit Plastiktüten einer Englischen Supermarkt-Kette, die auf einer illegalen Müllkippe abgeladen worden waren.

Aber zurück nach Deutschland:
4.734.000 Tonnen Kunststoff- und Leichtverpackungsmüll haben wir Deutschen 2004 laut Statistischem Bundesamt verursacht. 2004 wurden laut Umweltbundesamt ca. 16 Millionen Tonnen nicht genehmigungspflichtige Abfälle exportiert, 11,6 Millionen Tonnen importiert.

In diesem Kontext wirkt eine Kaufland-Kampagne auf mich eher ungeschickt:

“Eine Tüte geht um die Welt”
:

Urlaub geplant? Na prima! Dann vergessen Sie nicht, eine Kaufland-Tüte in Ihrem Reisegepäck zu verstauen. Denn mit dieser können Sie als Hauptpreis einen Peugeot 1007 gewinnen. Machen Sie ein Foto, auf dem Sie und die Kaufland-Tüte an Ihrem Urlaubsort zu sehen sind, und schicken Sie es uns!

Hier ein paar Motiv-Vorschläge:


Wilde Müll-Kippe in Sambia                       Abfallberg in Italien
(Quelle: flickr.com, massa, CC)                  
(Quelle: pixelio.de)

Maria Elander, Abfall-Expertin vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) sagte MWBlog, die Wahl einer Plastik-Tüte für so eine Werbeaktion sei eher unglücklich gewählt.

Warum wählt man keine Stoff-Tasche, die öfter verwendet werden kann. Eine Plastik-Tüte die nur einmal verwendet wird, ist ökologisch nicht wirklich  nachhaltig.

Caroline Eckert von Kaufland räumt ein, dass der Titel etwas unglücklich gewählt ist:

Wir appellieren an die umweltbewusste Einstellung unserer Kunden. Plastik gehört nicht in die Umwelt.

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