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Spiegel TV und der vergessene Zeitzeuge

Andreas Szabó 2

Zur medialen Auswertung des 13. Februars in Dresden ist eigentlich schon fast alles gesagt. Fast! Bis ich mir den Spiegel TV Beitrag zur Blockade der Neonazi-Demo angesehen habe.

Ab 0:59 befragt der Reporter einen scheinbar unbeteiligten Jogger und Zeitzeugen:

[…] Ins Vergessen geraten dabei inzwischen schon ziemlich genervte Zeitzeugen:
Reporter: “Tschuldigung darf man mal fragen, was machen Sie denn?”
Jogger: “Ich lauf zum Heidefriedhof” (Anm.: Ort der Kranzniederlegung für die Opfer der Bombardierung Dresdens 1945)
Reporter: “Was sagen sie zu dieser Neonazidemo?”
Jogger: “Interessiert mich doch nicht, wir gedenken hier unserer Toten, wäre beinah selber hier verbrannt in Dresden!”
Reporter: “Und es stört sie nicht, dass hier die Neonazis demonstrieren?”
Jogger (brüllt): “Herr Gott, interessiert mich nicht, haben sie mich nicht verstanden?”

Dumm nur, dass der ins Vergessen geratene Zeitzeuge und Jogger, der gerade zum Heidefriedhof läuft und den das alles nicht interessiert, der ehemalige NPD-Stadtrat (bzw.Nationales Bündnis Dresden) Werner Klawun ist.

Subtiler Humor? Obskure Randnotiz? Oder einfach nur ein ganz ganz dummer Zufall?

  1. Ich bin Läufer. Beim ersten Bezirksranglisten-Wettkampf im Januar wurde ein Handzettel verteilt, mit dem genau für diesen Gedenklauf geworben werden sollte. Der Handzettel war relativ neutral gehalten und wurde auch mit neutralen Worten übergeben. Der Lauf soll laut Handzettel schon mehrfach stattgefunden haben, auch in der Zeit, in der Werner Klawun noch rechtsextremer Stadtrat war. Aber der Name kam mir natürlich bekannt vor und ich habe nicht auf den Handzettel reagiert. Jetzt scheint er allein gelaufen zu sein …

  2. Werner Klawun Werner Klawun

    Wir waren zu fünft, wurden aber auf dem Albertplatz aber durch die Polizei getrennt. Insbesondere wurde mein Sohn (10Jahre) der auf dem Fahrrad mitfuhr, abgedrängt und ich musste ihn polizeilich suchen lassen. Danach haben die anderen Läufer ihren Lauf zum Heidefriedhof fortgesetzt und an der Gedenkveranstaltung teilgenommen.
    Als die Polizei mir mitteilte, dass sie unseren gesuchten Sohn der Mutter, die im Begleitfahrzeug unserer angemeldeten Veranstaltung fuhr, das ebenfalls nicht weiter fahren konnte, übergeben hatte, setzte ich mit 1,5 std. Verzögerung allein auf Umwegen den Lauf zum Heidefriedhof fort. In dieser Situation “erwischte” mich das Kamerateam als “alleinigen” Läufer. Die Diskriminierung aller Deutschen Demokraten als “Nazis” verbitte ich mir!
    Werner Klawun

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