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Millionen-Coup im Grünen Gewölbe in Dresden – die Reaktionen im Netz

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Das Grüne Gewölbe in Dresden, die „Schatzkammer Europas“, ist am Montagmorgen Ziel eines spektakulären Einbruches geworden. Filme wie Mission Impossible oder Oceans Eleven werden von der Realität in den Schatten gestellt. Selbst der spektakuläre Diebstahl der riesigen 100 Kilogramm schweren Goldmünze im Berliner Bode-Museum im März 2017 kann mit diesem Coup nicht mithalten:

Die Feuerwehr steht am Terrassenufer, um einen Stromverteiler in der Augustusbrücke zu löschen.
Zunächst brannte ein zentraler Stromverteiler in der Augustusbrücke (Foto: T. Plunert)

Ein zentraler Stromverteiler in der Nähe wurde am Montagmorgen von den Tätern offenbar zielgerichtet in Brand gesetzt. Verbaut ist dieser in der historischen Augustusbrücke.

Der lokale Stromversorger, die DREWAG, musste das Areal und damit auch das Dresdner Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe vom Stromnetz nehmen. Das Areal war damit komplett dunkel.

Alarmsystem im Grünen Gewölbe?

Das Alarmsystem habe ausgelöst, teilten die Verantwortlichen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) bei einer Pressekonferenz mit. Die Täter sägten ein gusseisernes Stahlgitter von einem Eckfenster, schlagen die Scheibe ein, steigen in das Museum ein. Zeitungen spekulierten über einen Millionenschaden. Die Polizei äußerte sich anfangs zunächst nicht zum möglichen Diebesgut.

Kostbare Schätze im Grünen Gewölbe

Das Grüne Gewölbe ist gespickt mit Kunstschätzen von unschätzbaren Wert. Die Schätze August des Starken und der Wettiner werden dort präsentiert. Diamanten, Smaragde, Elfenbein, Ebenholz, feinstes Porzellan. Jahrhunderte alt. Nicht zu ersetzen. Polizei und Staatliche Kunstsammlungen wollten sich im Tagesverlauf zum genauen Schaden und den Details äußern.

Die Reaktionen im Social Web – Livestreams und Gags

Im Netz überschlagen sich bereits am Montagvormittag die Reaktionen:

Bild.de, Tag24 und Sächsische.de und Radio Dresden berichten im Video, teils auch in Livestream von der Spurensicherung vor dem Schloss. Und auch die ersten Gags machen die Runde:

Zum Beispiel bei Facebook: „Raus mit der Sprache, wer von euch hat nach besonderen Weihnachtsgeschenken gesucht?“

Oder:

Auch bei Twitter geht es Rund:

Auch der Postillon hat „recherchiert“

Frage nach den Sicherheitsvorkehrungen

Andere stellen die Frage, wie es um die Sicherheitsvorkehrungen in einer der wertvollsten Kunstsammlungen der Welt bestellt ist: Gibt es keinen Notstrom im Residenzschloss? Was ist mit dem Wachschutz?

Bei Twitter äußerte sich am Vormittag Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer:

Ministerpräsident Kretschmer gab dann um 11.30 Uhr ein erstes Statement ab:

Das Residenzschloss bleibt vorerst geschlossen, am Mittag wurde eine Pressekonferenz angesetzt:

Thema wird uns lange begleiten – wie umgehen mit Breaking News im Social Web?

Das Thema wird uns nun über Wochen und Monate begleiten. Die lokalen Dresdner Journalisten haben heute bei Facebook und Twitter gezeigt, dass sie „auf Zack“ sind. Sie haben schnell und großflächig berichtet. Dafür gibt es von mir einen Daumen nach oben.

Hier ein paar Follow-Tipps:

Liveblog von Saechsische.de
Youtube-Livestream zur PK der Staatlichen Kunstsammlungen (ab 13 Uhr)

Wie man zum Facebook- und Twitter-Experten gerade auch bei sich überschlagenden Ereignissen wird, erkläre ich auch in meinen Seminaren. Einfach unverbindlich anfragen.

Das wurde gestohlen

Update: Eine Vitrine mit zehn Garnituren an Diamanten aus dem 18. Jahrhundert wurde zielgerichtet ausgeraubt. Drei Garnituren mit etwa 100 Schmuckstücken sind verschwunden. Der Materialwert an sich sei nicht so hoch zu bewerten, teilten die SKD bei einer Pressekonferenz mit. Der historische Wert als Ensemble sei aber enorm. Zwei Täter waren auf Überwachungskameras mit Taschenlampen, Brecheisen und Axt zu sehen. Die Polizei vermutet, dass das Fluchtauto in Dresden-Pieschen an der Kötzschenbroder Straße in Brand gesetzt wurde. Das lässt vermuten, dass die Täter beispielsweise von dort in andere Fluchtfahrzeuge umgestiegen und dann über die A4 oder A13 geflüchtet sind.

Das Alarsystem habe funktioniert, sagen die Verantwortlichen. 04:59 Uhr habe die Sicherheitszentrale der SKD die Polizei informiert. Um 05.04 Uhr seien die ersten Beamten eingetroffen. Es gilt aber der Grundsatz, dass sich niemand der Museumsmitarbeiter in Gefahr begibt. Als die Polizei vor Ort eintraf, waren die Täter verschwunden.

Ich bin auf Eure Meinung gespannt: wie viel „Hype“, wie viel Wirbel ist bei einem solchen Fall gerechtfertigt? Oder sollten die Medienmacher etwas entspannter werden und durchatmen, bis belastbare Informationen zu Diebesgut und Ablauf vorliegen?

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