Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Wann ist ein Meme ein Meme? Meine Freundin Conni lässt rechtliche Schritte prüfen.

Andreas Szabó 0

Zuletzt aktualisiert am 11. Dezember 2025

Wann ist ein Meme ein Meme? Und was ist eigentlich ein Pastiche? Brandaktuelle Fragen, da das Internet in den letzten Monaten von “Conni-Memes” geflutet wurde.

DISCLAIMER: dieser Artikel ist keine Rechtsberatung, sondern gibt meine persönliche Sichtweise und Erfahrungen wieder.

Conni-Memes sind überall

“Meine Freundin Conni”: das ist das blonde Mädchen mit dem rotweiß gestreiften Pulli und kleinen Büchlein zu allen möglichen Lebenslagen von Umzug, über Kita bis Töpfchen, mit den perfekten Eltern, wo einfach immer alles glatt geht.

Tausendfach als Meme kopiert, persifliert, adaptiert. Selbst der Discounter Netto hat’s jetzt gemacht – jetzt ist es quasi Mainstream – siehe Titelbild.

Aber: Ist das erlaubt?
Laut EU-Recht & §51a UrhG (Urheberrechtsgesetz) können Memes in Form von Satire, Parodie und sogenanntem “Pastiche” Ausnahmen vom Urheberrecht sein.

Wichtig dabei ist:

  • erkennbarer Bezug zum Original
  • klare kreative Eigenleistung
  • keine Entstellung oder Rufschädigung

Diskriminierende Inhalte nicht erlaubt

Der Carlsen Verlag hat eine Presse-Info mit Fragen und Antworten zum Conni-Meme veröffentlicht:

Gerade bei diskriminierenden Inhalten oder rein kommerzieller Nutzung kann’s rechtlich heikel werden. Der Carlsen-Verlag, der Rechte-Inhaber der Conni-Reihe, hat eine Conni-Meme-FAQ veröffentlicht (PDF) – inklusive Ankündigung juristischer Schritte.

Meiner Meinung nach wenig souverän, den Hype nicht zu nutzen, sondern stattdessen mit juristischen Schritten zu drohen.

(Screenshot: FAQ vom Carlsen Verlag)

Auszug aus der Coni-Meme-FAQ

Geht der Verlag gegen Verstöße gegen das Urheber-, Marken- oder Titelrecht vor?
Ja. Der Verlag distanziert sich von menschenverachtenden, rassistischen, gewaltverherrlichenden und
pornografischen Verwendungen der Conni-Figur und lässt im gegebenen Fall rechtliche Schritte
prüfen.Auch Nutzungen zu kommerziellen, werblichen, Marketing- und ähnlichen Zwecken kann der Verlag
nicht akzeptieren.
– aus Conni-Meme-Pressemitteilung/FAQ des Carsenverlages

Privat sind Memes in der Regel unproblematisch

Mein Tipp: im privaten Kontext werden Memes in der Regel in Ordnung sein, sofern sie nicht völlig drüber sind. Sobald es kommerziell wird, solltest du genau prüfen und ggf. auch ein Kostenrisiko einkalkulieren. Reine Unterhaltungsposting werden in der Regel wohl klar gehen.

Exklusiv – BGH & EuGH zum Thema Sampling & Pastiche

Der Pastiche-Paragraph, der eigentlich gemacht ist für die GenZ und moderne Netzkultur, der könnte künftig aber auch bei ganz anderen Fragestellungen relevant werden. Zum Beispiel bei der Nutzung von Musik-Samples. Also kurzen Ausschnitten aus Musikliedern, die in neuen Stücken genutzt werden.

Seit Jahren läuft der Rechtsstreit Kraftwerk vs. Pelham (wegen der Nutzung eines 2-Sekunden-Musik-Samples). Die Sache liegt seit einiger Zeit beim EuGH – jetzt gibt es den Schlussantrag (hier im Volltext abrufbar).

Ich habe dazu bisher nirgends Berichterstattung gefunden – kann das hier exklusiv vermelden, was der Generalanwalt am EUGH empfiehlt:

Ein Pastiche darf künstlerisch zitieren – muss aber:

1. an die ästhetische Sprache des Originals erinnern

2. sich deutlich unterscheiden

3. als bewusste Nachahmung erkennbar sein

Der Zweck (Humor, Kritik etc.) ist nicht entscheidend – es zählt allein die stilistische Auseinandersetzung.

Ein Urteil wird für Herbst erwartet – könnte auch für Creator, Remixer, Memer & Marketing-Teams relevant werden.

Bis dahin gilt: wer privat Memes postet, sollte keine Probleme bekommen, solange das ganze satirisch erfolgt. Sollte ein Meme für Werbung genutzt werden, wird es schnell grenzwertig, im Zweifel fachliche Beratung hinzuziehen. Werden Memes für diskriminierende Inhalte genutzt, wird man in jedem Fall Schadensersatzpflichtig.

Dieser Beitrag wurde zuerst in meinem LinkedIn-Social Media-Update veröffentlicht.

Wenn du für dich und dein Team Input in Sachen Social Media wünscht, kontaktiere mich gern für eure Social Media Weiterbildung in Dresden 2026.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert