Nach 35 Jahren ist der legendäre Berliner Radio- und Morningshow-Host Arno Müller in den Radio-Ruhestand gegangen.
Heute (26. Juni 2026) hat er bei 104.6 RTL seine letzte Sendung moderiert. Viele Wegbegleiter, wie Klaus Wowereit, Jochen Trus, Simon Kober und viele weitere begleiteten die letzten Minuten Arnos “on Air”.
Arno und 104.6 RTL haben das deutsche Unterhaltungsradio mit aufgebaut und mit ihrer Art, Radio zu machen, geprägt. Seit 1991 hat Arno auch als Programmdirektor die Strategie des Senders geformt.
Während Land auf, Land ab Berater und Programmdirektoren darauf drängten, das Wort möglichst kurz und kompakt zu halten, die Leute nicht zu nerven oder zum Umschalten zu bewegen, hat Arno auch mal 7–8 Minuten gequatscht, die Sendeuhr mit Comey, Info und Unterhaltungstakes zugeballert, wenn es notwendig war und getragen hat.
Ansonsten galt immer das Motto: volle Kraft in die Morningshow. Ein unglaublich großes und kreatives Programmteam hat sich jeden Tag, jede Woche den Kopf zermartert, um noch lustiger, noch wilder, noch mehr auf den Punkt die Themen des Tages und der Woche on Air auf die Antenne zu bringen. Programmaktionen wurden gestaltet, die Maßstäbe in der Szene setzten, allen voran „Stars for free“, das kostenfreie Open-Air-Konzert-Erlebnis, das viele Jahre zehntausende Hörer noch enger an die Marke gebunden hat. Auch Comedy im Radio wurde bei RTL geprägt und gelebt.

Ich selbst durfte im Rahmen meiner Volontärsausbildung und dem Führungskräfteprogramm bei den sächsischen Lokalradios & Hitradio RTL im Bertelsmann-Kosmos auch bei den Berliner Kolleg*innen hospitieren und war immer wieder in den legendären Studios im Ku’damm-Hochhaus für Schulungen und zu anderen Anlässen zu Gast.
(Foto: privat as/Blick vom RTL-Tower)
Diese Zeit hat mich als jungen Medienmacher mit geprägt. Bei den Berliner Kolleg*innen konnte ich unglaublich viel lernen, neue Perspektiven aufs Radiomachen, aufs Thema Storytelling und darauf, wie man Themen und Aktionen groß denkt und macht.
Was Arno gemeinsam mit Marc Haberland, Sebastian Fitzek, Stephan Schmitter, Jan Trenn, Commander Jack, dem fast berühmten Lucas, Haffi und vielen weiteren Kolleg*innen da auf die Antenne gebracht hat, das hat mich damals fasziniert und angespornt, jeden Tag immer am Puls der Zeit zu sein und im Programm immer dem Hörer zu dienen. Auch den tollen Kollegen und Social Media-Macher Daniel Zoll durfte ich in den weiteren Jahren im Berliner RTL-Kosmos als den kreativen Kopf beim benachbarten JAM FM-Studios kennen und lieben lernen.
“Ich werde euch vermissen”
Deswegen heute mal ein Dankes-Beitrag an Arno Müller und das 104.6-RTL-Team! Ihr habt fürs deutsche Unterhaltungsradio das Fundament gelegt. Ihr habt Generationen von Praktis, Volos, Quereinsteiger*innen und Radioverrückten geformt und geprägt. Und, auch wenn es langsam angestaubt wirkt und sich unter wirtschaftlichen Druck befindet: Radio ist nach wie vor für mich das schönste und schnellste Medium. Danke Arno!
Seine letzte Moderation, schloss er mit der Frage, nach seinem Erfolg: “Das Geheimnis ist, dass ich Radiohörer bin. Und nachts unter der Bettdecke meine Radiovorbilder hörte. Vor 46 Jahren wurde dann mein Traum, selbst Radio zu machen, war.” Arnos Appell: “Wenn du einen Traum hast, egal wie unrealistisch ist. Glaube an deinen Traum.” Und er schloss: “Ich werde euch vermissen. Ich hoffe ihr behaltet mich in guter Erinnerung. Ich bin Arno von der Morgencrew, Euer Radiomoderator und ich sage jetzt zum letzten mal: Bye Bye Freunde.”
Mit “Somewhere Only We Know” von Keane, Arnos-Wunsch-Abschiedssong ging eine Radio-Ära zu Ende.
(Titelfoto PR: © RTL)

