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Einladung zum Textvergleich #2

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Nachdem letzte Woche ein Artikel auf Medien-Mittweida.de negativ aufgefallen war, erwischt es diese Woche die aktuelle Novum:

Auf Seite 9 gibts den Artikel „Halstabletten werden zu neuen Partydrogen“. Interessantes Thema, nur irgendwie kam mir der Artikel sehr bekannt vor, Spiegel Online hatte das Thema letzte Woche.

Kleiner Textvergleich?
Novum:

Bereits 2005 missbrauchten laut einer Studie 2,4 Millionen Jugendliche in den USA diverse Hustenmittel als neue Droge.

SpOn:

Bereits 2005 missbrauchte einer Erhebung der „Partnership for a Drug Free America“ zufolge einer von zehn Teenagern in den USA Hustenmittel. Das entspricht rund 2,4 Millionen Jugendlichen.

Novum:

Der Fachbegriff für diese Form des Medikamentenmissbrauchs nennt sich „Robotripping“, abgeleitet vom Hustensaft „Robitussin“, dem in Kalifornien am zweithäufigsten als Droge missbrauchten Arzneimittel.

SpOn:

„Robotripping“ nennen es Experten (…). Die Bezeichnung leitet sich von dem Hustensaft „Robitussin“ ab – dem Medikament, das im US-Bundesstaat Kalifornien inzwischen am zweithäufigsten als Droge missbraucht wird.

Novum:

In verschiedenen Internetforen tauschen sich die Teenager über ihre Erlebnisse mit den Medikamenten aus und die reichen von „leicht berauschend“ bis zu Halluzinationen wie bei Narkosemitteln.

SpOn:

Wie ein Rausch erlebt wird, können Teenager in Erfahrungsberichten im Internet nachlesen: Einige Konsumenten beschreiben die Wirkung des Stoffes als „leicht berauschend“, andere vergleichen ihre Halluzinationen mit Erfahrungen nach der Einnahme von Narkosemitteln (…).

Novum:

(…)kann das Tabletten schlucken auch tödlich enden, wie bei einer 16-jährigen Schülerin aus Kalifornien, die nach der Einnahme von 20 Hustentabletten an Leberversagen starb.

SpOn:

In extremen Fällen führt die Einnahme von Dextromethorphan zum Tod – so geschehen bei einer 16 Jahre alten Schülerin aus dem kalifornischen Anaheim, die nach der Einnahme von 20 Hustentabletten an Leberversagen starb.

Novum:

Hier wird nach Eingabe von Gewicht, Medikament und dem gewünschten Rauschlevel die nötige Dosis für den individuellen Medikamentenmissbrauch berechnet.

SpOn:

Sie geben ihr Gewicht, die Bezeichnung des Medikaments sowie den „Level“, das sie erreichen wollen, in eine Tabelle ein. Als Ergebnis kommt die Höhe der empfohlenen Dosis heraus.

Novum:

Laut der Studie der Toxikologie-Spezialistin Ilene Anderson übertrifft der Konsum der 13-Jährigen den der 18-Jährigen bei weitem.

SpOn:

13-Jährige überträfen in ihrem Konsum die 18-Jährigen bei weitem, schreibt das Team um die Toxikologie-Spezialistin Ilene Anderson in dem Fachartikel.

Novum:

Bisher schlug der Versuch, die Abgabe der Arzneimittel an Minderjährige gesetzlich zu verbieten, fehl. Einige Geschäfte haben den Verkauf an Jugendliche unter 18 jedoch freiwillig eingeschränkt.

SpOn:

Versuche seitens der Gesetzgeber in Kalifornien, den Verkauf von Arzneien mit dem gefährlichen Wirkstoff an Minderjährige zu stoppen, schlugen bislang fehl. (…) Einige Geschäfte haben den Zugang zu derartigen Medikamenten für Jugendliche unter 18 Jahren freiwillig eingeschränkt.

Themen werden abgeschrieben, das ist nunmal so. Motive und Themen genießen keinen Urheberschutz. Und in dem Novum-Artikel wurde ja auch nur ein Halbsatz 1:1 übernommen. Trotzdem habe ich bei diesem Artikel einen fahlen Beigeschmack. Diskussionswürdig ist er allemal. Ist er ein Plagiat? Typisches Abschreiben wie es jeden Tag Hundertfach in der Presse passiert? Die Grundinformationen der Studie auf die sich der Artikel stützt, sind frei zugänglich. Und die wird ja auch zitiert. Aber hat hier nicht die SpOn Redaktion die Hauptarbeit geleistet (zumindest die Übersetzung eines LA Times Artikels)?

Überblick:

  • Tertiärquelle: Ein SpOn-Artikel. Die den Artikel der LA Times wohl übersetzt haben und eine kleine Eigenrecherche angehängt haben, wie das denn in Deutschland ausschaut.
  • Im Novum Artikel wird zwar noch die Studie genannt. Aber weder die LA-Times noch SpOn.

Einfach nur unsauber?

  1. Interessant, letztens war auch schon die Rezension zu Casino Royale von filmstarts.de geklaut. Hat der Wahnsinn etwa Methode?! ;)

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